Wirtschaftsfaktor Revisions-Stillstand: Zellstoff Pöls AG investiert EUR 12 Mio. in Neuerungen

Am Standort der Zellstoff Pöls AG wird seit 1700 Papier und Zellstoff produziert. Mit über 350 Mitarbeitern und rund EUR 200 Mio. Umsatz zählt die Zellstoff Pöls AG zu den umsatzstärksten Unternehmen im oberen Murtal. Alle 18 Monate stehen aber alle Maschinen still: Beim Revisions-Stillstand im Oktober wurden sämtliche Anlagen am Fabrikgelände gewartet und notwendige Neuerungen in kürzester Zeit umgesetzt. Innerhalb weniger Tage verbauten rund 750 betriebsfremde Monteure mehr als EUR 12 Mio. Ein großer Teil der Wertschöpfung blieb dabei in der Region.

Notwendige Rundumerneuerung

„Wir verarbeiten rund 2 Mio. Festmeter Durchforstungsholz und Sägerestholz pro Jahr zu Zellstoff und Papier, unsere Anlagen laufen täglich 24 Stunden lang. Da ist es notwendig, in regelmäßigen Abständen eine Rundumerneuerung durchzuführen“, so DI Dr. Kurt Maier, CEO der Zellstoff Pöls AG. Alle 18 Monate werden sämtliche Anlagen abgeschaltet, es kommt zu einem kompletten Stillstand der Fabrik.
 
Das muss natürlich gut vorbereitet sein: „Sechs Monate lang sind rund 40 Personen mit der Planung der Maßnahmen während des Revisions-Stillstandes beschäftigt“, so DI Dr. Kurt Maier. Selbstverständlich wird darauf geachtet, sämtliche Arbeiten so durchzuführen, dass Lärm und andere Störungen der Anrainer weitgehend vermieden werden.

© Thomas Leitner

35 regionale Firmen beschäftigt

Rund 1.500 Arbeitsaufträge werden für die Zeit des Revisions-Stillstandes von der Zellstoff Pöls AG an Subunternehmen vergeben. Die Hälfte davon geht an Firmen aus dem Murtal. „Uns ist es sehr wichtig, so viele Aufträge wie möglich an regionale Firmen zu vergeben“, so DI Dr. Maier. Insgesamt sind rund 70 Fremdfirmen mit rund 750 Fremdmonteuren am Firmengelände beschäftigt. Dies bringt natürlich einen großen organisatorischen Aufwand mit sich. „Für die Zeit der Revision haben wir am Werksgelände eine eigene Feldküche installiert, wo die Arbeiter essen können. Außerdem organisieren wir Unterkünfte in der Region für über 500 Monteure“, so der Leiter der Instandhaltung und Projektleiter Ing. Harald Trummer.
 
Rund 40.000 Arbeitsstunden werden im Revisionszeitraum von Fremdfirmen geleistet. Aber auch das Personal von Zellstoff Pöls ist involviert. „Jeder Mitarbeiter hat im Revisionszeitraum eine definierte Aufgabe – auch unsere 25 Lehrlinge. Nur so ist es möglich, in einem so knapp bemessenen Zeitraum derart viele Arbeitsaufträge abzuarbeiten“, so Trummer.

© Thomas Leitner, v.l.n.r.: Ing. Harald Trummer (Leiter der Instandhaltung), DI Dr. Kurt Maier (CEO Zellstoff Pöls AG), Heinz Kaiser (Projektleiter Technische Planung)

Investitionen in Millionenhöhe für optimale Energieeffizienz

Beim heurigen Revision-Stillstand wurden Investitionen im Wert von fast EUR 12 Mio. getätigt – so wurde zum Beispiel eine neue Rundholzhacke installiert (EUR 4 Mio.), die Hackschnitzelsortierung wurde neu gebaut (EUR 3,5 Mio.) und die Wärmetauscher für die Fernwärmeauskopplung wurden eingebunden (EUR 4,5 Mio.).
 
DI Dr. Kurt Maier: „Jede unserer Investitionen hat das Ziel, die Wertschöpfungskette Holz optimal auszunutzen. Wir setzen laufend wesentliche Entwicklungsschritte in Richtung nachhaltige Energieeffizienz. Dazu gehört auch, in der Zellstoffproduktion die neueste Technologie einzusetzen, um so den Energieeinsatz, die Energieeffizienz und die optimale Ausnutzung des Rohstoffes Holz zu gewährleisten.“
 
Die Zellstoff Pöls AG ist der größte Hersteller von hochwertigem, elementar chlorfrei gebleichtem Langfaser-Sulfatzellstoff in Mittel- und Südosteuropa und zählt mit über 350 Mitarbeitern und rund EUR 200 Mio. Umsatz zu den umsatzstärksten Unternehmen im oberen Murtal. Zellstoffe aus Pöls werden vor allem aufgrund ihrer konstant stabilen Qualität und der damit verbundenen vielseitigen Einsetzbarkeit geschätzt.
 
Aus Pölser ORION-Zellstoff, so der Markenname, werden vorwiegend hochwertige Druck- und Schreibpapiere sowie Zeitungsdruck-, Hygiene-, Etiketten- und Kopierpapiere bzw. auch gestrichene Papiere und Spezialpapiere hergestellt. Hauptabsatzmärkte sind Italien, Österreich, Slowenien, Frankreich, Deutschland und Länder des Mittelmeerraums sowie zunehmend auch neue EU-Partnerländer.

© Thomas Leitner, v.l.n.r.: DI Dr. Kurt Maier (CEO Zellstoff Pöls AG), Ing. Harald Trummer (Leiter der Instandhaltung)
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